Land-News

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Mittwoch, 21. Februar 2018

Habichtalarm

Gestern schaute der Habicht vorbei. Er war längere Zeit nicht hier. Vermutlich ist es im Moment wegen des gefrorenen Bodens schwierig, Mäuse zu fangen. Da bietet sich ein Hühnchen  an.
Die Hühner sind eben leichte Beute. Da riskiert er, so nah am Haus in einen eingezäunten Auslauf zu fliegen.
Als ich den Habichtalarm der Perlchen hörte, bin ich sofort rausgerannt. Leider zu spät.
Er hatte bereits eines der Hühner getötet. Schon von Weitem sah ich, dass mein liebstes Lieblingshühnchen sein Opfer geworden war.
Eine superliebe Henne mit einer ganz besonderen Gefiederfärbung. Die Henne war nicht  so zutraulich wie die kleine schwarz-braune, von der ich schon erzählt habe. Aber sie fraß mir aus der Hand, zickte nicht mit anderen Hennen und war immer freundlich und verträglich. Mit den beiden azurblauen Perlhühnern verband sie eine Freundschaft. Ständig hockten sie zusammen.
Natürlich tut mir jedes Huhn leid, dass der Habicht schlägt. Aber ich habe doch auch meine Lieblinge und diese Henne hatte ich besonders ins Herz geschlossen.

Ich könnte mich damit irgendwie versöhnen, wenn der Habicht das Huhn mitnehmen würde und viele Tage Nahrung hätte. Er muss eben auch sehen, wo er bleibt. Aber dazu sind die Hühner zu schwer. Also frisste er schnell, was reingeht (und das ist nicht sonderlich viel) und der Rest bleibt liegen. Ich habe das Hühnchen in den Wald gelegt. Der Fuchs wird sich gefreut haben. So kam der Tod der Henne noch einem anderen Wildtier zugute.


Machs gut, kleine Henne. 









Donnerstag, 15. Februar 2018

der Leonberger

anschmiegsam
bildschön
charmant
dickköpfig (selten )
empfindsam
freundlich, folgsam
gelassen
hingebungsvoll

Ich könnte im Alphabet fortfahren oder es kurz machen: Brego ist der unkomplizierteste Hund, der je sein Leben mit mir geteilt hat.

Der Leonberger ist ein großer Hund. Mächtig würde ihn am besten beschreiben, mit Tatzen, die Riesenabdrücke hinterlassen (auch in der Wohnung ). Sein Herz ist noch viel größer.
Nachdem wir uns für Brego entschieden hatten, sagte ich zu der Züchterin, dass so ein starker Rüde bestimmt ein Herrchen-Hund würde. Sie wiegte den Kopf und meinte: "Nicht unbedingt.Warte mal ab." Sie sollte recht behalten.
Er hat mir alles so leicht gemacht.
Auf meinen Ruf kam er mit fliegenden Ohren angebrettert, während die anderen Hunden noch mit Spielen oder Schnüffeln beschäftigt waren.
Beim Spaziergang bleibt er immer in meinem "Dunstkreis". Er hat mich im Blick und ich ihn. Wir sind ein Team, das nicht viele Worte braucht. Er jagt nicht. Er schließt jeden Menschen und jedes Tier in sein Herz. Hunden gegenüber ist er freundlich interessiert. Manchmal etwas distanzlos, aber nie aggressiv.
Trotz seiner Freundlichkeit ist er ein guter Wächter. Wenn er mit aufgerichteter Rute bellend oder tief knurrend am Tor steht, hat das schon so manchen zurückweichen lassen.
Ich kann mich in jeder Situation auf ihn verlassen. 
Seit er etwas älter geworden ist, lässt er hin und wieder den Dickkopf raushängen. Das lasse ich ihm gerne durchgehen, weil er daraus keine Gewohnheit macht.
Er ist sensibel und manchmal ein echtes Mimöschen. Dann braucht er noch mehr Zuwendung als sonst. Und die gebe ich ihm nur zu gerne.
Die Spaziergänge sind nicht mehr so lang wie früher, aber gemütlich durch den Wald zu gehen, findet er nach wie vor toll.

Brego ist ein Goldstück.

Andere Leonberger haben - wie jedes Lebewesen - natürlich einen anderen Charakter. Aber die Gelassenheit und Ausgeglichenheit, die Freundlichkeit und das souveräne Wesen, ist allen gemein.
Sie lieben das Wasser. Sie sind trotz ihrer Größe agil und bewegungsfreudig.
Außerdem ist der Leonberger ein umwerfend schöner Hund. Das lange Fell in der
Farbe von Herbstlaub, der wunderschöne Kopf mit dem immer ein wenig melancholischen Blick. Ich gerate ins Schwärmen...

Nachteile? Gibt es für mich nicht.
Trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Leonberger nichts für Leute ist, die gerne in einer sauberen Wohnung leben. Bei Matschwetter bleibt alles in seinem Fell hängen (so viel abrubbeln kann man ihn gar nicht) und fällt heraus, wenn er trocknet. Steht er auf, ist alles um ihn herum schwarz.
Er schlabbert beim Saufen.
Er muss mindestens einmal die Woche gebürstet werden. Und das dauert schon eine Weile.
Er braucht Platz. Aber auch wenn er meist entspannt herumliegt, ist es eben so, als läge ein Pony im Flur.
In einer normalen Wohnung ist ihm aufgrund des Fells sehr schnell zu warm und dann kann er nicht ausweichen. Ich bin kein Fanatiker von "Hund braucht Garten". Aber im Fall des Leos muss der Hund zumindest die Möglichkeit haben, sich draußen hinzulegen. Eine Terrasse oder ein Hof erfüllen den gleichen Zweck.

Der Leonberger ist mein Traumhund und ich könnte heulen bei dem Gedanken, dass Brego unser erster und einziger bleiben wird.
Denn - und das ist der einzige Nachteil, den allerdings nicht der Hund zu verantworten hat - die Rasse ist krank.
Die Lebenserwartung liegt derzeit bei  durchschnittlich 7,5 Jahren. Ein Alter, bei dem ich früher noch lange, lange keinen Gedanken daran verschwendet habe, wie viel Zeit mir mit meinem Hund noch bleibt.
Knochenkrebs und eine Herzerkrankung stehen ganz oben auf der Liste und kosten dem Leo oft sehr jung das Leben. Todesfälle mit vier oder fünf Jahren sind keine Seltenheit.
Leider gibt es inzwischen ja kaum noch eine gesunde Rasse. Alle leiden an mehr oder weniger lebensbedrohlichen, einschränkenden und das Leben erschwerenden Krankheiten.
Es könnte mir also egal sein und ich würde mir eben alle paar Jahre einen neuen Hund kaufen.
Aber ich kann das nicht.
Außerdem will ich keine Zucht unterstützen, die so wenig Wert auf eine hohe Lebenserwartung legt.
Angeblich tut sich allmählich was im Leonberger-Verein. Im Sinne dieser fantastischen Hunde werden hoffentlich endlich die richtigen Entscheidungen getroffen.
Brego hat jetzt das Durchschnittsalter seiner Rasse erreicht und ist zum Glück noch sehr fit. Ich habe ihm gesagt, unter 10 Jahren akzeptiere ich nicht. Und ich gehe davon aus, dass er sich dran hält.



Samstag, 10. Februar 2018

Charakterhühner III

Diese Henne ist eine echte Glucke. Sie hat ihr Küken noch gehudert  (= so nennt man das in der Geflügelhaltersprache, wenn die Henne die Küken unter die Flügel nimmt), als es schon über drei Monate alt war. In dem Alter gehen die Küken sonst längst ihre eigenen Wege.
Da dieses Hähnchen ihr einziges Küken war,  hat sie es besonders lange behütet und geschützt.




Auch jetzt, wo der Hahn schon ein Jahr alt ist, sind sie noch oft zusammen.
Und nun passt er auf sie auf.



Donnerstag, 8. Februar 2018

Dienstag, 6. Februar 2018

Charakterhühner II

Diese Henne, ein Mix aus Bielefelder Kennhuhn + ?, ist eine sehr fürsorgliche Mutter ohne ihre Küken allzusehr zu behüten, eben zu beglucken.
Bereits fünf Gelege hat sie ausgebrütet und geführt und dabei nie ein Küken verloren. Sogar eine Handvoll Perlhühner behandelte sie wie ihre eigenen, obwohl deren Verhalten einen bisschen von dem der Haushühner abweicht.
Außerdem ist sie sehr freundlich und nicht zänkisch mit anderen Hühnern.





Montag, 5. Februar 2018

Charakterhühner

Im Laufe der Jahre habe ich viele Hühner aufgezogen und jedes hat seine eigene Persönlichkeit. Manche sind besonders mutig, andere eher schüchtern. Es gibt neugierige, die alles untersuchen müssen und Führungspersönlichkeiten. Einige sind tolle Glucken und ziehen ihre Küken mit Hingabe auf. Das ist bei Rassehühnern längst nicht mehr selbstverständlich. Auch hier geht die Legeleistung zu Lasten des natürlichen Brutverhaltens.
Bei uns ist es ja nicht so wichtig, wie viele Eier die Hühner legen. Ich nehme, was da ist und freue mich drüber. Und wenn sie glucken möchten, dürfen sie das gerne machen.
Da die Hühner mich kennen, sind sie mir gegenüber nicht scheu. Angefasst zu werden, mögen die meisten allerdings nicht so gerne.
Bei den Küken vom letzten Jahr ist eines dabei, das besonders zutraulich ist. Obwohl ich alle gleich behandel, hat dieses Huhn gelernt, dass von mir immer was Positives kommt, wie ein Lecker, und dass es davon mehr kriegt als die anderen, wenn es ganz nah bei mir ist.
Und so hüpft es mir auf den Arm, lässt sich herumtragen, frisst aus der Hand und wenn es mal von einer ranghöheren Henne gehackt wird, kommt es sofort zu mir.
Sobald ich den Auslauf betrete, kommt es angerannt und ich muss aufpassen, dass ich nicht versehentlich drauftrete, weil es beinahe auf meinen Füßen sitzt.
Natürlich kommt es nur deshalb, weil es Futter will und nicht, weil es mich so toll findet. Trotzdem machen die anderen Hühner das nicht. Dieses eine scheint besonders gescheit zu sein.
Ich finds klasse, dass mal wieder so ein anhängliches Hühnchen da ist, dem ich die Halsfedern kraulen kann.





Sonntag, 28. Januar 2018

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich die Zeit genommen haben, mein neues Buch zu lesen. 

Natürlich habe ich mir Mühe gegeben, eine unterhaltsame und spannende Geschichte zu schreiben, die meinen LeserInnen eine kleine Auszeit  beschert. Auch auf ein Lektorat und ein aussagekräftiges, professionell gestaltetes Cover habe ich Wert gelegt. Das Auge isst schließlich mit.
Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass eine (noch) unbekannte Autorin in der Menge der Bücher und täglichen Neuerscheinungen gefunden wird.
Umso mehr freue ich mich darüber, wie oft das Buch bereits gelesen wurde und offenbar den Anklang der Leser findet.




Wie das Buch entstand:

Als ich vor vielen Jahren das erste Mal nach Island kam, hatte ich das Gefühl, das dies genau mein Land wäre.
Jede Menge sauberes Wasser in Form von ungebändigten Flüssen und Wasserfällen, klaren Seen, dem Meer und nicht zuletzt dem Regen.
Ich liebte die karge Schönheit des Landes; die kühle Luft, die mir so frisch vorkam wie nirgendwo anders; den ständig blasenden Wind; den Himmel, der mir so nah vorkam, als könnte ich ihn greifen; den Kontrast von Vulkanen und Gletschern.
Reykjavik mit seinem entspannten Flair; die Freundlichkeit der Isländer und selbstverständlich die Pferde nicht zu vergessen.
Ich dachte, hier könnte ich leben.
Na ja, so schnell wandert es sich nicht aus. Zahlreiche Gründe sprachen dagegen. Unter anderem der, dass keine Tiere nach Island eingeführt werden dürfen. Von meinen Ponys könnte ich mich nur unter großem Schmerz trennen. Von meinen Hunden? Undenkbar! Das wäre so, als würde mir jemand  meine Arme oder Beine abschneiden.
Also blieb ich im Land und beschränkte mich auf das Schauen von Filmen über Island, begleitet von sehnsüchtigem Seufzen und ritt mit Begeisterung meine eigenen Islandpferde.
Ich bin nicht traurig, hiergeblieben zu sein. Wer weiß, wie mir die langen dunklen isländischen Winter bekommen wären (irgendwas ist schließlich immer)? Und wenn die Sehnsucht zu groß wird, kann ich jederzeit Urlaub dort machen.
Vor einiger Zeit entstand die Idee für eine Geschichte, die auf Island angesiedelt ist. Besonders spannend fand ich die Lebensgeschichten deutscher Frauen, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Arbeitskräfte nach Island reisten, angeworben von der isländischen Regierung. Ich habe mich gefragt, welche Erlebnisse, welche Schicksale sie hinter sich ließen, um im hohen Norden von vorne anzufangen und was sie dort erwartete? Manche sind zurückgekehrt, aber viele sind geblieben und haben Familien gegründet.
Das war mein Ausgangspunkt und nach und nach kristallisierte sich Brynjas Geschichte heraus.
Brynja ist Die Sonnenreiterin.