Land-News

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Samstag, 27. Juni 2015

Vor ein paar Tagen bekamen wir einen großen Schrecken.
Das Falkenweibchen kam nicht zum Nest zurück. Das Männchen (in der Fachsprache Terzel) saß auf dem Pflaumenbaum und rief und rief. Aber seine Rufe verhallten. Als es dunkel wurde, war das Weibchen immer noch nicht zurück und wir nahmen das Schlimmste an. Womöglich war es von Krähen attakiert und getötet worden oder auf andere Art umgekommen. In der Nacht war es sehr kalt. Die Jungen saßen zusammengekauert. Der Terzel wachte in unmittelbarer Nähe auf einem Dachbalken. Wir fragten uns, ob er die Jungen weiter versorgen würde? Und wenn ja, war uns klar, dass er es niemals alleine schafft, sechs Küken durchzufüttern.
Wir telefonierten herum. Ein Falkner erklärte uns, wenn wir die Jungen herausnähmen, hätten wir sie sozusagen "am Hacken" und müssten sie komplett versorgen. Wir sollten beobachten, ob der Terzel sich auch alleine um die Jungen kümmert und könnten dann beifüttern. Wir besorgten im Reptilienhandel Gefrorenes. Zu unserer Erleichterung versorgte der Terzel die Küken am nächsten Tag. Und als er auf Jagd war, legten wir ihnen eine -  natürlich aufgetaute - Maus hin. Nach kurzer Zeit war sie restlos verspeist. Das nahm uns die Sorge, die Küken womöglich nicht durchzubekommen.
Am späten Nachmittag, ich hockte gerade im Beet und jätete, hörte ich einen zweiten Falkenruf. Kurz darauf segelte das Weibchen über meinen Kopf und landete in der Tanne. Der Terzel kam dazu und es gab eine von lauten Rufen begleitete Begrüßung.
Was dem Weibchen passiert ist, werden wir nicht erfahren.  Wichtig ist nur, dass die Familie wieder vereint ist.


 

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