Land-News

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Dienstag, 13. Oktober 2015

Hühnern wird ja  keine besondere Intelligenz bescheinigt. Aber für ihre Lebensweise sind sie perfekt ausgerüstet. Um das herauszufinden, muss Mensch nur ein wenig von sich selbst zurücktreten und sich überlegen, was ein Huhn denn benötigt.
Ein Huhn wäre zum Beispiel ziemlich dumm dran, wenn es den Satz des Pythagoras kennen würde.Mit diesem Wissen fängt es keinen Wurm.
Dafür wissen sie zum Beispiel genau, von welchen Greifvögeln ihnen Gefahr droht. Das erkennen sie an der Silhouette, am Flugbild und dem Ruf.
Bussarde und Milane, stattliche Vögel, können durchaus enge Kreise über den Hühnerauslauf ziehen. Die Hühner schauen kurz hoch und haken sie als ungefährlich ab.
Der Habicht wird dagegen von den Perlhühnern bereits gemeldet, wenn er noch weit entfernt auf einem Ast lauert. Dann suchen sich alle auf dem schnellsten Weg einen sicheren Ort. Im Stall oder unter dichtem Gestrüpp. Eben das, was am nächsten erreichbar ist.
Mit den Jahren habe ich die Bedeutung einzelner Laute gelernt. Das laute Gegacker nach dem erfolgreichen Legen eines Eis kennen vermutlich viele Leute. Dann gibt es Rufe für Gefahr und einen für eine besondere Leckerei. Der Hahn benutzt viele verschiedene, wenn er eine Henne umgarnt. Das reicht von leisem Gurren bis hin zu imponierendem Krähen.
In meinem Buch "Der gestreifte Spanier" beschreibe ich in der Geschichte "Der etwas andere Tag"den Alltag unserer Hühner aus einer ganz besonderen Perspektive.

http://www.amazon.de/gestreifte-Spanier-Marion-Pletzer-ebook/dp/B004YTT23O/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1444744574&sr=8-2&keywords=marion+pletzer


Hühner leben in einer Rangordnung. Hackordnung wird sie gemeinhin auch genannt. Eine selbsterklärende Bezeichnung. Daher ist schon die Auswahl des nächtlichen Schlafplatzes eine wichtige Angelegenheit, die jeden Abend aufs neue ihre Zeit dauert. Wer möchte schon neben jemandem schlafen, der einen tagsüber wegscheucht oder sogar hackt.
Und es gibt Freundschaften. Allzu menschlich darf man diesen Begriff nicht auslegen. Tiere, die besonders harmonieren, finden zueinander und verbringen viele Stunden des Tages eng miteinander.
Ein Hahn und eine Henne aus meiner Gruppe sind so ein Beispiel. Der Hahn achtet sehr auf seine Henne. Und sobald sie von einem anderen Hahn belästigt wird oder eine Henne sie angeht, eilt er ihr zu Hilfe und geht dazwischen. Selbst wenn sie ein Stück weit entfernt voneinander ihrem Tagwerk nachgehen, haben sie sich im Blick. So eine innige Beziehung erlebe ich allerdings selten und sie berührt mich sehr.



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Wenn wir den Hühnern das Leben gestatten, für das sie geschaffen sind, gibt es sehr vieles zu entdecken. Ich käme jedenfalls nie auf die Idee, Hühner als dumm zu bezeichnen.

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