Land-News

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Montag, 6. Februar 2017

Juchhuuu! Die Stallpflicht hat - zumindest in vielen Regionen von NRW - ein Ende!

Als ich heute morgen die  Klappe nach draußen öffnete, gab es großes Gedrängel. Sicher hatten die Hühner Sorge, die Tür in die Freiheit würde gleich wieder herunterlassen. Sekunden später waren alle an der frischen Luft.






Die neuen Perlhühner (deren Einzug ist eine separate Geschichte wert) sausten mit halb aufgestellten Flügeln einmal rund um den gesamten Auslauf. Dabei piepten und krakelten sie herum. Nachdem die Kontrolle abgeschlossen und die Umgebung als sicher eingestuft worden war, pickten sie fröhlich die ersten frischen Gräser.

Jeder Hahn scharte sofort die Hennen um sich, mit denen er schon vor der Stallpflicht eine „Draußen-Gruppe“ gebildet hatte. Im Stall waren diese Gruppen aufgelöst. Dort wurde nur deeskaliert, damit es zu keinen größeren Kämpfen kam. Der älteste Hahn, sechs Jahre alt und ein stattliches rotes Tier, kann die meisten Hennen zu seinem Harem zählen.
Der Deutsche Langschaan (übrigens eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse und daher besonders schützenswert) hat eine kleine Truppe von drei Hennen.





Einer der Junghähne führt die vierköpfige Gruppe, mit der er im letzten Jahr aufgewachsen ist. Und dann gibt es noch einen jungen Hahn, der noch keine rechte Meinung zu haben scheint. Oder er traut sich einfach nicht. Hin und wieder versucht er relativ erfolglos eine Henne abzuwerben. Und dann gibt es noch die Hennen, die sich nicht entscheiden wollen. Die pendeln zwischen dem und dem und suchen sich das beste von allem heraus. Auf einem Hühnerhof lauft alles so wie im wahren Leben.

Die Gänse konnten kaum glauben, dass sie endlich wieder raus dürfen. Langsam schritten sie durch das Gras und blieben immer wieder stehen, den Kopf in die Höhe gereckt. Eine Stunde später hockten sie in ihrem zum Glück bereits aufgetauten Teich und plantschen. Ihre Welt ist wieder in Ordnung. Und meine auch.

Die Stallpflicht ist zu großen Teilen gelockert. Dazu muss man wissen, dass Bio - und/oder Freilandeier nur dann als solche verkauft werden dürfen, wenn die Hühner nicht länger als drei Monate am Stück im Stall verbringen mussten. Diese drei Monate laufen jetzt ab.
"Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt".
Aber es macht deutlich, wo die Prioritäten liegen und wie unsinnig die flächendeckende Stallpflicht tatsächlich ist.
Nichtsdestotrotz ist meine Stimmung heute gleich um X-Prozentpunkte gestiegen und ich genieße den Blick auf das zufriedene Federvieh.
So und nicht anders will ich das Landleben.





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