Land-News

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Dienstag, 14. März 2017

Ein unerwartetes Happy End


Nachdem der Fuchs im letzten Jahr alle Perlhühner getötet hat (ich hatte davon berichtet), war es sehr still geworden im Auslauf. Ich vermisste ihr leises Singen und Quietschen. Außerdem fehlten die zuverlässigen "Melder" jeder erdenklichen oder auch vermeindlichen Gefahr - frei nach dem Motto: besser einmal zu viel gewarnt, als in Habichts Krallen zu enden.
Um diesen Wildhühnern lange Transportwege zu ersparen, kaufte ich bei einem Geflügelhändler aus der Umgebung sechs junge Perlhühner. Ich hatte einen separaten Stall eingerichtet, um sie einzugewöhnen.
Dass sie scheu sein würden, war mir klar. Aber auf dieses Häufchen Elend, das da aus dem Transportkorb purzelte, war ich nicht vorbereitet. Die sechs bewegten sich nur gemeinsam und nur wie zu einem Knäuel zusammengeknüllt. Ein Bild des Jammers!
Sobald ich den Stall betrat, flatterten sie auf und stürzten sich in die große Kiste, die ich ihnen als Schutzraum hingestellt hatte. Manchmal flatterten sie wie irre umher und rannten mit den Köpfen gegen die Stallwand.
Ich setzte mich mit einem Buch ganz still in eine Ecke, las und beachtete sie gar nicht, um ihnen zu zeigen, dass von mir keine Gefahr ausging. Ich streute Futter, ich sprach beruhigend. Doch die Panik verließ sie auch die nächsten vier Wochen nicht.
In diesem Zustand konnte ich sie unmöglich nach draußen lassen. Sie wären sofort weg gewesen oder zumindest nicht mehr freiwillig in den Stall zurückgekehrt. Dauerhafter Stallaufenthalt war keine Option. Die finale Lösung? Nein, so  schnell wollte ich sie nicht aufgeben und siedelte sie um in den Kükenbereich. Der ist im Hühnerstall untergebracht und hat einen extra Zugang nach draußen in einen engmaschig abgesicherten Auslauf. Die ersten Tage waren schlimm. Die Perlchen hatten Panik vor den Hühnern, so dass ich einen Teil des Gitters mit einem Tuch verhängte. Nach einer Woche konnte ich ihn wegnehmen. Nach einer weiteren Woche wollte ich es wagen und öffnete ihnen die Klappe nach draußen. Mein Herz klopfte ganz ordentlich und ich wappnete mich innerlich, dass die ersten sofort panisch über den Zaun flattern würden. Zu meiner Überraschung liefen sie sofort ganz munter nach draußen.
Von da an ging es stetig aufwärts mit ihnen. Sie wirkten geradezu fröhlich in ihrem kleinen Auslauf. Meldeten sie zunächst noch jeden auffliegenden Vogel (und wer schon mal den Warnruf von Perlhühnern gehört hat, weiß, dass es recht laut war in den ersten Tagen), wurden sie täglich sicherer und ruhiger. Weitere zwei Wochen später durften sie mit den anderen Hühnern in den großen Auslauf. Was ich mir nicht hatte vorstellen können, passierte. Sie wussten sofort, wo es rein und raus ging (im Gegensatz zu den Hühnerküken. Die brauchen mindestens eine Woche, bis sie den Haupteingang finden und nicht mehr piepsend vor dem Nebeneingang hocken). Sie blieben problemlos hinter dem Zaun. Von Panik keine Spur mehr.
Sie sind nach wie vor scheu - wie Perlchen eben so sind. Aber wenn es Futter gibt, kommen sie angelaufen. Einzelne lassen sich sogar hin und wieder anfassen, wenn ich ganz vorsichtig bin.
Nach wie vor sind sie in Gemeinschaft unterwegs. Fehlt eins, wird laut gerufen und gesucht, bis alle wieder beieinander sind. Offenbar können sie zählen.😊
Mit ihrer besonderen Art bereichern sie die Hühnertruppe. Auch wenn Schönheit Ansichtssache ist - mir gefallen sie. Neben Hühnerküken werde ich in diesem Jahr auf jeden Fall ein paar Perlchen nachziehen.










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