Land-News

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Sonntag, 5. März 2017

Hin und wieder blitzt bereits der Frühling auf. Gestern war so ein wunderbarer Tag mit Sonne, Vogelgezwitscher und dem Bedürfnis nach mehr.
Die Spatzen zanken schon um die besten Nistkästen und in wenigen Wochen werden die Schwalben zurück sein. Die Bäuche der Rehe, die abends unterhalb unseres Hauses grasen, runden sich zusehends.
Die Aktivitäten von uns Menschen verlagern sich mehr und mehr nach draußen. Das erste Mal Grillen (darauf freut sich mein Mann), das erste Mal draußen frühstücken (darauf freue ich mich), das erste Mal ohne Winterjacke und Stiefel (herrlich).
Und manche freuen sich auf die neue Sportsaison.



   Das Turnier

Luisa gehörte schon immer zu den chaotischen Menschen. Aber an diesem Morgen spürte ich ihre Nervosität, als wäre es meine eigene.
Am besten machte ich mich unsichtbar. Von meinem Platz aus hörte ich wie sie hektisch durch das Haus lief. Treppauf, treppab, mit klappernden Absätzen.
„Bruno, wo sind die Unterlagen?“, rief sie.
„Da, wo du sie gestern Abend hingelegt hast.“
„Wo war denn das gleich?“ Ihr Blick huschte durch das Zimmer.
„Luisa, bitte tu dir selbst einen Gefallen. Beruhige dich!“
„Du hast gut reden. Es steht so viel auf dem Spiel.“ Sie zog Schubladen auf, schloss sie wieder und stieß ab und zu ein verzweifeltes „Das gibt es doch gar nicht“ aus.
Ich schloss die Augen. Eine Hilfe war ich ihr sowieso nicht.
„Bruno!“
Ich riss die Augen wieder auf.
„Was denn?“
„Kannst du mir nicht helfen? Wir müssen los und du weißt genau, dass wir ohne dieses blöde Anmeldeformular nicht teilnehmen können.“
„Aber das ist das letzte Mal. Ich bin es endgültig leid, deine Unordnung zu unterstützen. Hättest du die Papiere – wie ich es gesagt habe – gestern gleich ins Auto gelegt, müsstest du jetzt nicht suchen.“
Nachdenklich zog Luisa die Brauen zusammen.
„Hab ich vielleicht doch …?“ Schon war sie verschwunden.
Der Tag schien aufregend zu werden.
„Stell dir vor, sie lagen tatsächlich im Wagen. Gott sei Dank! Wo bin ich nur mit meinen Gedanken?“, schwatzte Luisa wenig später. Sie eilte die Treppe nach oben und als sie wieder herunterkam, trug sie die magische Kleidung. Blitzartig sprang ich auf.

Wir fuhren los. Voller Vorfreude schaute ich aus dem Fenster.
Die Fahrt dauerte nicht lange. Wir stiegen aus und sofort schlugen mir vertraute Geräusche und Gerüche entgegen. Mein Herz klopfte heftig. Doch zum Umschauen und Kontakte knüpfen blieb keine Zeit, denn Luisa hastete sofort los. Ich blieb dicht bei ihr, um sie im Gewühl nicht zu verlieren.
Luisa gab die Anmeldung ab und erhielt eine Nummer. Menschen klatschten, wenn über Lautsprecher eine Stimme ertönte. Gelächter und laute Rufe, Hundegebell und Musik mischten sich darunter.
„Die nächste Startnummer lautet siebenundzwanzig“, schallte es über den Platz.
„Es geht los“, sagte Luisa. „Komm!“
Am Startpunkt blieben wir stehen.
„Als nächste starten: Luisa Winter und Josy“, sagte die Stimme. Ich spitzte die Ohren, schaute Luisa erwartungsvoll an und wartete auf das ersehnte Kommando. Jeder Muskel in meinem Körper war gespannt, bereit loszuschnellen.
„Los, Josy.“ Sofort spurtete ich auf das erste Hindernis zu und nahm es im Flug. Dabei behielt ich Luisa immer im Blick.
„Laufsteg, Josy, schnell!“ Ich sauste über den schmalen Balken und achtete auf Luisas Stimme, die das nächste Ziel rief.
„Wippe.“
Rauf auf die Wippe, dann langsam bis sie kippte und wieder herunter.
„Tunnel.“
Meine Zunge hing weit aus meinem Maul, als ich am Ende des Stofftunnels wieder auftauchte.
„Reifen“.
Ein Satz und ich war durch.
„Super, Josy! Slalom.“
Geschickt bog ich meinen Körper und schaffte die Stangen in Rekordzeit. Als nächstes kam der Dreisprung. Ich flog hinüber.
„Schnell, Josy, lauf!“ Luisa klatschte in die Hände. So schnell sie konnte, rannte sie hinter mir über die Ziellinie. Vor Begeisterung bellte ich laut und sprang an ihr hoch.
„Das hast du fein gemacht. Du bist ein toller Hund. Der beste der Welt.“ Kräftig schubbelte Luisa meine Halskrause. Ich presste mich gegen ihre Beine, hechelte und bellte gleichzeitig. „Gratulation! Das war bisher die Bestzeit. Unsere Bordercollies sind einfach nicht zu schlagen“, sagte die Stimme aus dem Lautsprecher.
Luisa schrie begeistert auf und lachte.
„Herzlichen Glückwunsch, mein Schatz“, sagte Bruno, der auf uns gewartet hatte. Er legte den Arm um Luisa und küsste sie. „Dir natürlich auch, Josy.“ Zärtlich strich er mir über den Kopf. Ich schnaufte und ließ mich zufrieden neben Luisa ins Gras fallen.

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